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Alte Schule: Da sind wir dann aufgestanden und gegangen

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Alte Schule: Da sind wir dann aufgestanden und gegangen

Uhldingen - Mühlhofen – 17. Dezember 2018 - Peter Groß

Vom Gemeinderat W. versuchte ich seit Wochen einen Gesprächstermin zu bekommen. Am 12.12. hat er mich wissen lassen, dass daraus nichts wird, weil ich mich in der Gemeinderatssitzung respektlos und kindisch verhalten hätte gegenüber dem amtierenden Gemeinderat und Bürgermeister. Die Machtdemonstration durch das Aufstehen und gehen bei der Danksagung des Gemeinderats an Bürgermeister Lamm, angeführt durch mich, hätte ihn schwer enttäuscht, so sagte es mir ein Einwohner.

Marleen, eine von uns beiden muss nun geh´n. Die Liedzeile von Marianne Rosenberg ging mir zu dem Zeitpunkt durch den Kopf. Was sollte man zu dieser Zeit an diesem Ort. Es gab und gibt wichtige Fragen aus der Mitte der Gemeinde die verlangen nach Antworten. War das eine neue Form, durch Missachtung Bürgeranfragen zu vermeiden? Nachdem der Aufruf zum Top 4 Einwohnerfragestunde im leise gemurmelten Gebrabbel des Bürgermeister unhörbar war, obwohl der Bürgermeister wissen sollte, dass fünf Einwohner aus den Ortsteilen nur aus dem Grund kamen, wichtige Fragen zu stellen.
Es schien, Bürgermeister und Gemeinderäte freuten sich über den "Taschenspielertrick", der das Fragerecht ausgehebelt hatte. Eine Intervention hätte wohl zur Folge gehabt, einen Antrag auf Änderung der Tagesordnung durch eine Mehrheit im Gemeinderat zu stellen und den TOP 4 nochmals aufzurufen. Da bestand, so die Vermutung, bei den hohen Herrschaften kein Interesse. Wie auch beim späteren TOP 6: Anfragen aus der Mitte des Gemeinderates. Im Vorfeld gingen schriftliche Anfragen an die Fraktionen SPD Junge Wähler, Bürger- und Umweltforum, die nicht beachtet oder beantwortet wurden.

Für die Einwohner geht es neben dem Erhalt des Gebäudekomplexes Alte Schule um viel. Um bessere Infrastruktureinrichtungen, die auch im Winter geöffnet haben oder um einen Mietvertrag, der möglicherweise und das kann ich nur vermuten, sehr weit unter ortsüblichen Konditionen geschlossen wurde. Das führte zu der sicher berechtigten Frage, ob das stimmt und welcher finanzielle Schaden der Gemeinde daraus entsteht.

Einerseits durch nicht marktgerechten Mietzins, Vermeidung von Instandhaltungen oder fehlende Lüftung und Heizung aller Räume. Das könnte zu höherem Sanierungsbedarf geführt haben und dem Notstand das Grundstück letztlich weit unter marktüblichen Bedingungen zum Verkauf auszuschreiben.

Also noch einmal zum Verständnis, es handelt sich bei den vorstehenden Zeilen um Vermutungen, die durch Offenlegung des Baugutachtens leicht widerlegt werden könnten. Diese Fragen sollten nicht so verstanden werden Amtsträgern unrechtmäßiges Handeln zu unterstellen, sie dienen einzig dem Zweck Gerüchten und Misstrauen gegen Amtsträger und verantwortliche Verwaltungsangestellte auszuschließen.

Das stille weggehen der Zuhörer sollte so verstanden werden, dass sie den Eindruck hatten, als Gäste unerwünscht zu sein und dass sie ihrerseits nicht als Claqueure oder ausschließliche Beifallspender einer makabren Veranstaltung dienen wollten, die eine Fortschreibung aller bisherigen Unzulänglichkeiten und Fehlentscheidungen begünstigt.

Die eine Million Euro, die durch den Verkauf der Alten Schule in die Gemeindekassen fließen soll, müsste aus den Einsparungen der Mittel aus dem nicht erfolgten Ausbau des Radweges unterhalb der Birnau oder Auf der Höhe eigentlich vorhanden sein.
Schade ist, dass jüngere Räte so wenig Verantwortung und Interesse an der Zukunft der Gemeinde zeigen und bei fortschreitenden Privatisierungen unbeteiligt zuschauen. Die Gemeindegrundstücke sind überwiegend zu Spekulationsobjekten für Ortsfremde geworden. Das führt auch dazu, dass Ortsansässige sich den Haus- oder Wohnungsbau nicht mehr leisten können. Die Abwanderungsrate dürfte Besorgnis erregend sein.

Zweitwohnungen, bei denen die Jalousien monatelang herabgelassen sind, können den finanziellen Bedarf der Gemeinde nur zu einem geringen Umfang decken, während die Umlagen, die sich nach der Einwohnerzahl richten steigen und auch der Bedarf an ehrenamtlichen Unterstützern zunimmt. Eine Beteiligung von Ferienwohnungsbetreibern wird bei der Freiwilligen Feuerwehr oder sozialen Diensten nicht zu erwarten sein.

Die erneute Veröffentlichung des EWTC e.V. im Gemeindeblatt (50) zeigt, dass es dem, für den redaktionellen Teil verantwortlichen Bürgermeister Edgar Lamm nicht um die Durchführung eines Bürgerentscheids geht. Mit der Veröffentlichung wird deutlich, dass die Vermutung wahrscheinlich ist, dass es eine Verlängerung des Mietvertrages auf unbestimmte Zeit wohl schon gab oder eine Kaufentscheidung vermutlich gefallen ist. Damit wird natürlich noch einmal deutlich, dass der gegenwärtige Gemeinderat, fast möchte ich schreiben: zu nichts anderem taugt als für den Bürgermeister Stöckchen zu apportieren oder wie es vielen scheint Unrecht zu zementieren. Es ist doch auffällig, dass viele Abstimmungen der letzten Zeit höchstens mit einer Enthaltung oder einer Gegenstimme erfolgt sind.

Was der Gemeinde als Konzept des Anwalts G. vorgestellt wurde, war eine Sammlung biographischer Daten und im folgenden, neben einer Vielzahl von Absichtserklärungen, die Darstellung von Krankengeschichten, deren Rednerinnen nach meiner Auffassung wundergläubig sind. Für die Errichtung einer Musikakademie fehlt jeder Plan, eine Stellungnahme oder Wortmeldung des großen Klarinetten-Professors, ob er das will, eine Akademie, und wie es steht um die technische Realisierung, die sich nicht auf eine Renovierung reduzieren lassen. Es gab wiederholt Hinweise darauf, wie sich der jetzige Mieter G. sein "Traumschloss" einrichten will und später nutzen will. Da bleibt die Idee Musikakademie außen vor. Das alleinige renovieren der Räume wird die Bausubstanz zwangsläufig weiter Verfallen lassen. Ob der Interessent G. Millionen Euro aufwenden kann, darf vielleicht ebenso angezweifelt werden und ich hoffe den Gemeinderäten lag ein Kapitalnachweis oder eine Bankbürgschaft vor.

Wenn der Gemeinde keine Entwurfsplanung vorlag, ein glaubhafter Ablaufplan der Baumaßnahmen oder gegebenenfalls ein konkreter Termin für eine mögliche Rückabwicklung, dann darf wohl vermutet werden, dass der bisherige Schlendrian fortschreitet und es ist zu befürchten, dass in wenigen Jahren eine Ruine diesen Ort ziert, wie man es ja aus Mühlhofen (das Loch) kennt. Da gab es auch wieder nur eine Absichtserklärung, dass ein Bauträger "aus der Nachbarschaft" um das Grundstück bemüht wäre. Das ist immer noch, scheint es, derselbe und der scheiterte bisher wohl regelmäßig an dem sich an Marktpreisen orientierenden Berliner Insolvenzverwalter.

In Mühlhofen wäre es nachdenkenswert, ob der "Bürgerplatz mit Narrenbaum" denn wirklich einmal das Licht der Welt erblickt oder als Zugabe den Verlustausgleich aus der Bebauung Mühlhofer Loch decken muss um den neuen Investor günstig zu stimmen. Kein Gemeinderat hat bisher eine Garantieerklärung abgegeben. Neue Sachzwänge werden schnell gefunden. Wie Auf der Höhe, da gab es plötzlich keinen Baubetrieb !

 

 

 

 








 


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